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Der Biereifer der Müchel´schen

Das Recht Bier zu brauen ist eines der ältesten und über Jahrhunderte wertvollsten Privilegien der Stadt Mücheln und sorgte immer für eine volle Stadtkasse. Die sogenannte Bierbannmeile verbot Brau, Transport und Ausschank „fremder Biere“ .Wie stark dieser Bierzwang durchgesetzt wurde, davon soll die folgende Sage berichten.

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Nach dem 30jährigen Kriege wurde das Wirtshaus „Obere Sorge“ von einem ehemaligen Kapitän als Gastwirt geführt. Dieser hatte spät noch ein junges Weib heimgeführt und sah nun, zum ersten Male, Vaterfreuden heranrücken. Das Ereignis, das auch heute noch Gelegenheit zu offener und heimlicher feuchtfröhlicher Begeisterung ist, sollte auch damals nicht ohne Feier vorübergehen: zwei Fässer köstlichen Merseburger Bieres, von Freunden gespendet, wanderten heimlich ins Haus. Wenige Stunden vor dem ersten Lebensschrei des erwarteten neuen Erdenbürgers – durchfährt ein Schreck das Haus! Es donnert an die Türe; ungefähr dreißig Mann mit geladenen Gewehren, die brennende Lunte in der Hand, stehen draußen und verlangen die Herausgabe des fremden Bieres. Aber der Herr Kapitän, der im ersten Moment Mut zeigt, verweigert die Auslieferung. Das Haus wird erstürmt und das Bier gefunden, und soll zur Wachstube gebracht werden. Die junge Frau trotz ihres Zustandes und des lebhaften Protestes der bereits anwesenden Wochenmutter nicht faul, ergreift ein Beil, um den Fässern den Boden einzuschlagen. Sollen sie es nicht trinken dürfen, sollen es die Müchelner auch nicht haben. Aber die Frau unterliegt. Das Beil wird ihr entrissen. Das Bier wandert den bekannten Weg fremdgebrauter Biere – in die Krüge der müchel´schen Ratsherren . Merkwürdig benahm sich jedoch der durch seine Kriegserlebnisse anscheinend hochgradig nervös gewordene Kapitän. Statt mannhaft die mutige und erregte junge Frau zu schützen, zog er sich seinen gesattelten Schimmel aus dem Stalle und jetzt erst, hoch zu Roß, verfluchte er die nächtlichen Ruhestörer mit den Worten: „Kein Mensch kann mehr bei diesem müchel´schen Raubgesindel wohnen – bereuhet nächtens. “ – ein Ausruf der die Erfahrung des „Zugezogenen“ mit den Wesen der Städter zum Ausdruck bringt - das wie böse Zungen behaupten heute noch „ drinnensteckt“. Der Kapitän damals gab seinem Roß die Sporen und galoppierte in den aufziehenden Nebel auf nimmer wiedersehen. Noch heute soll das nächtliche Hallen von Pferdehufen durch die Gassen der Stadt als Warnung vor den Müchel´schen zu hören sein ....

copyright Sven Jakubowski 2008

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